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DAS MATERIAL: SANDE UND ERDEN

Die ersten Farbsande und Erdpigmente kommen aus verschiedenen Ockerbrüchen in der Provence. Hier wurden in vergangenen Jahrzehnten Erdfarben halbindustriell mit Wasser aus dem Berg ausgewaschen und zu Gebrauchs- und Künstlerfarben verarbeitet. Eine seltene Vielfalt verschiedenster Erdfarben ist zu entdecken:

das reicht von fast reinem Weiß über viele Gelb- und Rotvariationen bis zu Lila und Grün. Eine umfangreiche Palette mit Farben kann man in der Landschaft erwandern. Hier ist ein Gelb curry-dunkel und sandig-körnig, dort ist es intensiv dottergelb, pudrig, voller Kraft des Pigmentes und ausgezeichnet in der Ergiebigkeit. Rottöne leuchten in zartem Rosa, in hellem Orange oder in kräftigem Oxidrot. Feiner Farbstaub überzieht Schuhe und Kleidung.

Nach ersten Erfahrungen mit Sanden und Erden und ihrer Gestaltungskraft in Bildern lassen sich ansprechende, verwertbare Naturfarben an vielen Orten und Landschaften finden. Schon manche geologische Namen weisen hin auf die Farbe:

Es gibt die rotbraunen oder violetten Böden der Nordpfalz (das "Rotliegende"), die ausgedehnten "Buntsandstein"gebiete in Deutschland oder die gelblich-weiße "Kreide" in Frankreich. In Eisenberg/Pfalz gibt es Sand- und Tongruben, die mit ihren Farben und Schichtungen an die Ockerbrüche der Provence erinnern.

Sandproben aus verschiedenen Regionen Die Abbildung zeigt eine kleine Auswahl verschiedener Erdfarben (von links nach rechts)

● hellbraune Löss-Erde aus Gelnhausen, rotschwarzer Sand von der aquitanischen Küste, cremeweißer Sand Provence, lateritische Erde aus Guinea
● tiefrote, grüne, orangefarbene, kräftiggelbe Sande aus der Provence
● schwarzer Lehm aus der Wetterau; lilafarbene, gelbe, weiße Tonerde aus Eisenberg
● grüne, tonige Erde Pfalz, kreidige Erde aus der Champagne, Rotliegendes aus der Pfalz, schwarzer vulkanischer Sand von den Liparischen Inseln

Erdfarben gibt es überall - natürlich und naturgemäß. Allerdings unterscheiden sie sich sehr in ihrem Farbwert. An vielen Sandkörnern sind nur wenige Farbpartikel gebunden, sie zeigen nur geringe Farbkraft. Reibt man sie über Papier, zeigen sich kaum Farbspuren. Ihre Farbwirkung ergibt sich erst durch einen dicken Materialauftrag. Haften viele feinste tonige Partikel am Sandkorn steigt die Ergiebigkeit. Je feinkörniger und toniger die Erde wird, umso stärker kann sich die vorhandene Farbe zeigen. Jetzt aber ist die Verarbeitung schwieriger. Das Pulver folgt nun anderen Gesetzen. Es lässt sich nicht mehr einfach streuen, es klumpt, klebt und quillt mit Wasser auf. In der unterschiedlichen Charakteristik jeder Erdfarbe liegt ein Reiz, der im Bild sich ausdrückt.